Leitung: Prof. Dr. Thomas Tinnefeld

Kurzbeschreibung des Symposiums


Der Fachsprachenforschung zum Französischen neue Impulse zu verleihen und sie weiter zu stärken, ist das zentrale Anliegen dieses Symposiums.

Dabei soll gezeigt werden, wie viele – oft ungeahnte – Facetten die Fachsprachenfor­schung zum Französischen einerseits wie auch die unterschiedlichen Fachsprachen des Französischen andererseits aufweisen. Zum einen ist die Fachsprachenforschung ein Gebiet der Linguistik, das in alle linguistischen Ebenen – von der Morphologie bis hin zur Textlinguistik und Pragmatik – hineinreicht, was zwar prinzipiell für die Unter­suchung jeder Sprache gilt, jedoch mit Bezug auf das Französische und seine Vielfalt angesichts der hochgradigen Sprachbewusstheit der französischen Kultur forschungs­technisch interessant ist. Zum anderen weist das Französische in schriftlicher und mündlicher Form zahlreiche verschiedene fachliche Ausprägungen auf, die in Extrem­fällen den Eindruck erwecken mögen, es handele sich kaum noch um dieselbe Spra­che. Dabei spielen auch Fragen der fachsprachlichen Grenzbereiche eine Rolle, die inhaltlich ebenso relevant sind wie textsortenspezifisch. Die Fachsprachenforschung – wie auch die Fachsprachen des Französischen – weist somit einen ausgeprägten Facettenreichtum auf.

Fachsprachenforschung ist weit mehr als „nur“ die Erforschung der Sprache – es ist immer auch das zugrunde liegende Fach involviert, ob es sich nun um die Wirt­schaftswissenschaften, die Juristerei, Technik und Technologie oder die Sozialwissen­schaften handelt: Linguisten und Fachwissenschaftler treffen sich dabei im Idealfall in der Mitte, ein gegenseitiger Austausch ist – zumindest theoretisch – Desiderat. Somit weist die Fachsprache(nforschung) immer über sich selbst hinaus. Die Fachsprachenforschung und die Fachsprache Französisch zeichnen sich somit für Linguisten und Fachwissenschaftler durch ein hohes Faszinationspotential aus, das es wert ist, einer breiten Öffentlichkeit vermittelt zu werden.

Auch im täglichen Leben begegnen uns Fachsprachen ständig und stetig. Somit wei­sen Fachsprachen eine hohe alltagsbezogene Relevanz auf: Die Fachsprachenfor­schung ist immer auch eine Forschung, die den verschiedenen (beruflichen) Lebensmittelpunkten der Menschen sehr nah ist. Fachsprachenforschung zeichnet sich somit durch einen hohen Grad an Funktionalität aus.

Bereits diese kurzen Ausführungen belegen, dass der Titel dieses Symposiums Fachsprache Französisch – facettenreich, faszinierend, funktional nicht rein plakativ gewählt wor­den ist, um Interesse zu wecken, sondern dass er gleichsam Programm ist – in dem Sinne, dass Fachsprachen in der Tat ein hochinteressantes Forschungsfeld darstellen und dass die Fachsprachenforschung, die heutzutage bisweilen ihren Zenit überschrit­ten zu haben scheint, ungleich aktueller und ungleich forschungswürdiger ist, als hier und da gemeinhin angenommen werden mag. Nicht zuletzt dieser Gesichtspunkt soll auf dem Symposium anhand der dort gehaltenen Vorträge und der aus diesen resultierenden Diskussionen aufgezeigt werden.
Thomas Tinnefeld